Rechte optische Spalte

Führungskräfte folgender Vereinsmitglieder unter-stützen das ipo durch ehrenamtliche Tätigkeit in Gremien und Arbeits-gruppen (alphabetisch):

  • Amt der Oö. Landesregierung, Linz
  • Brauunion Österreich AG, Linz
  • FH OÖ Management GmbH, Wels
  • GRZ IT Center Linz GmbH
  • Johannes Kepler Universität, Linz
  • KEBA AG, Linz
  • Linz AG, Linz
  • LIVA - Linzer Veranstaltungs- gesmbH, Linz
  • Magistrat der Stadt Linz
  • Oberbank AG, Linz
  • Pöttinger Maschinenfabrik GesmbH, Grieskirchen
  • Trauner Verlag + Buchservice GmbH, Linz
  • VKB-Bank, Linz
  • voestalpine AG, Linz
  • WIFI, WKOOE, Linz

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Für Sie gelesen

Sprenger, Reinhard K.: Aufstand des Individuums - Warum wir Führung komplett neu denken müssen. Campus Verlag Frankfurt/Main 2000 

Auf den ersten Blick hat sich Führung in den letzten Jahren grundlegend verändert: Mitarbeiter sind das "wertvollste Kapital" eines jeden Unternehmens. Sie werden als die wahren Agenten des Wandels beschrieben. Warum "wandelt" sich dann aber so wenig? Reinhard Sprenger entlarvt die Rhetorik der modernen Unternehmensführung als reine Lippenbekenntnisse. Keineswegs sollen mit einzigartigen Menschen unvergleichliche Produkte und unverwechselbare Unternehmen geschaffen werden. Stattdessen heißen die Sehnsüchte nach wie vor Normierung und Konformität. Der Mitarbeiter ist nicht Partner sondern Erfüllungsgehilfe. Er ist nicht in seiner Individualität gefragt, vielmehr erfüllt er die "Anforderungen der Position". So hinterfragt der Autor gängige Instrumente der Personalarbeit wie Coaching, Leistungsbeurteilung, Mitarbeiterbefragungen, Personalentwicklung, Teamarbeit, Zielvereinbarungen, Psychotrainings usw. Dies gelingt ihm auf treffliche Art mit viel Sprachwitz und Esprit im durch Überschriften und Karikaturen aufgelockerten Text. Ein Beispiel: "TEAM-DREAMS, DREAM-TEAMS" oder wie man Kreativität verhindert. Die Teamform ist schlicht unlogisch. Unter kompetitiven Bedingungen ist das einzige, was mich an meinem Teampartner wirklich interessiert, sein Versagen. Teamarbeit ist immer Identitätsverlust des Einzelnen. Nicht die Leichen im Keller sind das Problem, sondern dass alle so tun, als gäbe es keine. Die Gruppe kollektiviert immer Schwäche, niemals Stärke. Meetings sind das Herzstück des Teams, aber der Tod der Zusammenarbeit. Alles Wichtige gibt es nur in der Einzahl. "Das Individuum in den Unternehmen probt schon lange, wenn auch leise, den Aufstand. Nun ist es an den Führungskräften, radikal umzudenken. Es gilt nach SPRENGER das Unternehmen um das Individuum herum zu bauen und der Besonderheit des Einzelnen Raum zu geben. Nur ein Unternehmen, das die menschliche Individualität zur Geltung bringt, wird die Zukunft für sich entscheiden. Nicht alle Gedanken dieses Buches werden Führungskräfte akklamieren, mit Sicherheit aber viele Denkanstösse erhalten und vielleicht auch beherzigen. Greifen Sie ruhig zu diesem Buch!  

Dr. Peter Reisch  

 

Heyd, Reinhard: Die Kunst, Bilanzen zu lesen ­- Anleitung zur treffsicheren Bilanzbeurteilung. 7. Überarbeitete Auflage, Schäffer-Poeschel-Verlag, Stuttgart 2001
Fachsprachen haben in der Regel ihre eigene Klientel und grenzen ab und aus. In der Medizin z.B. ist das nicht anders als in der Informatik. Auch das betriebliche Rechnungswesen bildet da keine Ausnahme, zumal gerade Kenntnisse der Bilanzbeurteilung jeder Führungskraft auf jedweder betrieblichen Ebene gut anstehen würden. Vorhandene Defizite auf diesem Gebiet zu beseitigen ist das Anliegen dieses gut 100 Seiten dünnen Büchleins, das nunmehr in der 7. völlig überarbeiteten Auflage vorliegt. Es versucht anhand eines Jahresabschlusses einer mittelgroßen Brauerei die wichtigsten Grundsätze und Leitlinien der externen Bilanzanalyse deutlich zu machen, um Leserinnen und Lesern auch ohne Vorkenntnisse einen raschen Einstieg in die Thematik zu verschaffen. Das Einführungskapitel gibt Hinweise darauf, "wie man eine Bilanzanalyse vorbereitet" und "welche Grenzen des Aussagewertes man beachten muss". Im Hauptkapitel wird an einem praktischen Zahlenbeispiel eine Jahresbilanz so analysiert, dass der Inhalt einzelner Bilanzpositionen erklärt und hinterfragt wird. Systematisch werden gängige KENNZAHLEN präsentiert und dazu LEITSÄTZE für deren Beurteilung formuliert. Anschließend erfolgt deren Anwendung auf das erwähnte Bilanzbeispiel, wodurch Schlussfolgerungen ermöglicht und Erkenntnisse über Bilanzsachverhalte gewonnen werden können. Analog geschieht die Analyse der Erfolgsbilanz (Gewinn- und Verlustrechnung). Das Schlusskapitel streift den Cash-Flow und Rentabilitätskennzahlen. Der Autor erhebt nicht den Anspruch, die Patentlösung vorgelegt zu haben. Dem ist zuzustimmen, wiewohl die interessierte Leserschaft sicher nützliche Hinweise und Anregungen aus dieser Arbeit ziehen und Einblick in die Jahresabschlussanalyse gewinnen kann. Kritisch anzumerken ist: Die Benutzerfreundlichkeit leidet unter einem fehlenden Stichwortverzeichnis und weiterführender Literatur zum Thema. Gängige Abkürzungen wie z.B. EGT oder EBIT usw. werden nicht erwähnt und bleiben somit den Laien unter den Leserinnen und Lesern weiterhin ein Buch mit sieben Siegeln. Zum Einstieg in die Thematik durchaus zu empfehlen. 

Dr. Peter Reisch  

 

Nowak, Josef A.: Leben mit dem Schlaganfall - Mein ­Weg aus der Katastrophe. Molden Verlag, Wien 2001
Die Lehrgänge "Ausbildung in Sozial-Management" bilden seit Jahren eine Kernkompetenz des ipo. Daher liegt es nahe, nicht nur reine Management-Literatur zu referieren, sondern auch soziale Probleme ins Blickfeld zu rücken, vor die jede und jeder unversehens gestellt werden kann.
Der Autor schildert, wie ihn das Schicksal ereilt, als ihn auf einer Dienstreise in Amerika unvermittelt der Schlag trifft, seine persönliche Katastrophe beginnt und wie er sie zu meistern versucht. Dies übertitelt er "Wieder leben lernen".
Mit dem Faktor Disziplin bemüht er sich dem Rollstuhl  zu entkommen, um bald wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Über-Motivation hilft nichts, vielmehr gilt es seiner Überzeugung nach, die wichtigste und bedeutsamste Kardinaltugend zu entwickeln "im Leben endlich das rechte Maß zu finden". Darüber hinaus waren Geduld, Gelassenheit und  Ausdauer gefragt, damit die Therapie fruchten konnte. Wesentlich unterstützt haben dabei Freunde und der Wert der Familie.
Betroffenheit ruft das Kapitel "Beruf und Behinderung" hervor. Die Hoffnung, nach erfolgreicher Rehabilitation im attraktiven Beruf eines Chefredakteurs zu verbleiben, wurde jäh zerstört, als ihm eröffnet wurde, dass er gehen solle. Dies geschah mit der sanften Stimme eines Großinquisitors, der mit keinem Hauch eines Zweifels dieses Ziel verfolgte und auch erreichte. Es offenbart sich hier das Dilemma des persönlichen Schicksals mit den Ansprüchen der Wirtschaft und der Arbeitswelt. Aber wie auch immer "Faktum ist, dass der Arbeitsmarkt heute all jenen wenig Chancen einräumt, denen Einschränkungen ihrer Leistungsfähigkeit nachgesagt werden".

Dr. Peter Reisch  

 

Böhnisch Wolf;  Krennhuber Elisabeth (Hrsg.): Balanced Scorecard  - Erfolgreiches Management aus theoretischer und praktischer Sicht. Universitätsverlag Rudolf Trauner, Linz 2001 

Bestehenden Unternehmensplanungs- und Steuerungsystemen haftet der Mangel an, fast nur auf monetären Leistungsmeßgrößen aufzubauen und nichtmonetäreKennzahlen kaum zu berücksichtigen. Eine Balanced Scorecard (BSC) – frei übersetzt "ausgewogener Berichtsbogen" - versucht hier eine Ausgewogenheit herzustellen sowie eine Lösung für die Strategieumsetzungsproblematik anzubieten. Dieser von R. Kaplan und D. Norton entwickelte Ansatz überträgt Vision und Strategien in klar formulierte Ziele und Kennzahlen, berücksichtigt ein Gleichgewicht kurz- und langfristiger Ziele und gibt ein gutes Kommunikations-, Informations- und Lernsystem ab. Meßgrößen werden im Sinne des Stakeholder-Value-Konzepts  für vier Perspektiven entwickelt und zwar für die Finanzwirtschaft, die Kundenorientierung, interne Prozesse sowie Lernen und Entwicklung. Die Autorinnen und Autoren (es sind vorwiegend Studierende der Universität Linz und Personen mit praktischer BSC-Erfahrung) nehmen sich des Themas aus ihrer jeweils speziellen Sicht an, wobei zunächst ein allgemeiner Einstieg geboten wird, erweitert um Detailansichten zu den einzelnen Perspektiven dieses Konzepts. Besondere Fragestellungen der BSC wie z.B. die Strategieorientierung oder  die  Lern- und Entwicklungsperspektive werden vertieft behandelt, zumal das Human Resource Management zu den Forschungsschwerpunkten der Herausgeber zählt. Das Reizvolle an diesem Werk machen die Schwierigkeiten und Erfahrungen aus der Praxis aus, die sowohl von Beratern als auch von Anwendern beschrieben werden, die die Balanced Scorecard in Unternehmen eingeführt haben. Weitere "Stimmungs-Bilder" in Form von Interviews, die zwischen den  Beteiligten (auch aus einer Non-Profit-Organisation wie dem Arbeitsmarktservice OÖ.) und den Studierenden des  Forschungsschwerpunktes Personalwirtschaft geführt wurden,  runden das Bild ab. Der Tenor der Antworten auf die Frage, ob BSC nochmals eingeführt werden würde, reicht vom uneingeschränkten Ja bis  zur skeptischen Äußerung, ob in fünf Jahren noch jemand von der BSC, einem Werkzeug das sich langfristig durchsetzt, spricht.  

Dr. Peter Reisch  


Haeseler Herbert /Gampe Ingrid: Corporate Governance, Unternehmens-verfassung, Spitzenorganisation und Überwachungsarchitektur. Linde Verlag, Wien 2002
Corporate Governance – was meint bzw. womit beschäftigt sich dieser Anglizismus, der Medien und Wirtschaftspresse durchflutet? Die Leserschaft braucht Stehvermögen, denn wer sich darüber informieren will, kann die ersten 74 Seiten des Buches getrost überschlagen. Das Reizwort kommt im ersten Teil des Textes genau einmal auf Seite 72 vor. Wer bis dahin durchgehalten hat, wird mit dem magischen Fünfeck konfrontiert, das sich zusammensetzt aus: Unter­nehmensverfassung, Führungskultur, Organisation der Führungsspitze, interner und externer Überwachung sowie Transparenz mittels Berichterstattung. Diese Bausteine machen eine gute Corporate Governance aus, die sich mit effizienten (wirtschaftlichen) Unternehmensführungs- und -überwachungssystemen beschäftigt. Es geht also um Fragen der Macht, Verantwortung und Kontrolle in (börsennotierten Aktien-)Gesellschaften, einem Thema , das seit den jüngsten Bilanzkalamitäten samt kreativer Buchführung einer gewissen Brisanz nicht entbehrt. Welche Themen werden inhaltlich konkret angeschnitten? Es geht um die Fragen: interne versus externe Überwachung, Schwachstellen von Aufsichtsräten, die Berichterstattung in und über Unternehmen, deren Funktionen und Qualität sowie um die Transparenzverbesserung. Gute Corporate Governance kann (soll) eine "Rundum-Qualität" der Unternehmensleitung erwirken, um den Erfolg zu sichern und Vertrauen in die Unternehmen zu schaffen. Beteiligt an der Leitung und Kontrolle und damit in die Pflicht zu nehmen sind Aufsichtsrat, Vorstand, Abschlussprüfer und Anteilseigner. Strittig ist, ob gesetzliche Regelungen außerrechtlichen Kodizes vorzuziehen wären. Ein Blick in die internationale Szene USA, England, OECD, deutschsprachiger Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) zeigt die unterschiedlichen Ansätze und deren Absichten. Ein einheitliches Vorgehen auf breiter Grundlage scheint kaum ein Anliegen zu sein, zu groß sind noch die Eigeninteressen im tief verwurzelten Kantönligeist. Ein geeintes Europa lässt auch hier schön grüßen. Wer sich inhaltlich informieren will, findet im Anhang den Wortlaut des Deutschen Corporate-Governance-Kodex sowie den Österreichischen Corporate Governance Kodex.

Dr. Peter Reisch  

 

Moser, G.;Schaur, E.: Kosten- und Leistungsrechnung – Grundlagen / Mit Lehrziel-kontrollen und –lösungen. Universitätsverlag Trauner, Linz 2003

 

Die Kosten- und Leistungsrechnung entwickelte sich zum Basisinstrument der operativen Steuerung von Wirtschaftseinheiten und dient als Informationslieferant für unternehmerische Entscheidungen. Wenn es stimmt, dass ihre  Methoden ausgereift seien und nur  die Umsetzung der  Methoden laufend verbessert würden, so stellt sich die Frage: Was bietet dieses Grundlagenwerk Neues bzw. Besseres? Inhaltlich werden die Istkostenrechnung zu Vollkosten bzw. zu Teilkosten  im Erzeugungsbetrieb in den Grundzügen mit Kapiteln 2 und 3 verständlich und ausführlich abgedeckt und mit Lehrbeispielen belegt.  In den Kapitel 4 und 5 wird diesselbe Problematik auf Dienstleistungsbetriebe ausgeweitet umfangmäßig allerdings deutlich bescheidener auf 25 Seiten. Was den Reiz dieses Einführungswerkes ausmacht, das besonders für Praktiker von Klein- und Mittelbetrieben sowie für Studierende gedacht ist, sind die Wiederholungsfragen, die sich am Ende der jeweiligen Abschnitte finden. Mit der Eigenbeantwortung dieser Fragen kann der Lernerfolg unmittelbar selbst überprüft werden. Als weitere didaktische Unterstützung zur Überprüfung der Lehrziele dient ein Aufgabenkatalog zum Selbststudium, für den im Anhang die Musterlösungen bereitgehalten werden. Wer eine knappe Einführung in die Grundlagen zur Kosten- und Leistungsrechnung sucht, kann sich mit diesem Buch das nötige Rüstzeug aneignen.
Dr. Peter Reisch  

 

Buchmayr, M.; Hauch, G.; Salmhofer, G. (Hrsg.): Frauen in die Chefetagen!? StudienVerlag, Innsbruck 2003

Im Untertitel: Mentoring - Unternehmerinnen – frauenspezifisches Marketing werden die in diesem Sammelband angerissenen Themen aufgeführt, die auf der Agenda einer frauenspezifischen oder - anders aus gedrückt - auf Gleichstellung bedachten Tagung an der Johannes Kepler Universität Linz standen. In all diesen Beiträgen geht es um die Frage, wie es Frauen gelingen kann, in weit größerem Umfang als bisher Führungspositionen zu erreichen, um die in diesem Buch mehrmals erwähnte "gläserne Decke" zu durchstoßen. Als ein wirksames Instrument wird der Aufbau und die Pflege von Kontakten angesehen, analog den "Old-Boys-Netzwerken", in denen fördernde Beziehungen oft entscheidend für viele Karrieren - ob in der politischen Arena oder im Beruf - waren und sind. Das personalpolitische Instrument dazu heißt "Mentoring", dessen Wurzeln auf die griechische Mythologie zurückreichen, als Odysseus seinen Sohn Telemach dem Gelehrten Mentor anvertraute. Eine Mentorin – in der weiblichen Form – ist eine allgemein geachtete und gebildete Frau, die einer weniger erfahrenen, meist jüngeren Person als Vorbild dient und als verantwortungsbewusste Erzieherin und Beraterin fungiert. Der Beitrag von Weiß und Liebenow (S. 73 – 89) stellt das Mentoringprogramm der Deutschen Lufthansa AG vor und beschreibt den Nutzen für das Unternehmen, die Anforderungen an die MentorInnen und die Mentees und den Auswahlprozess, wie die richtigen Personen zusammenzubringen sind. Für die Lufthansa stellte sich das Problem, warum qualifizierte, karriereorientierte Frauen auf der Strecke bleiben und damit wichtige Humanressourcen vergeudet werden und sie hat erkannt, dass sie ein Potential gut ausgebildeter und motivierter Frauen braucht, um im nationalen wie im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Der Zugang zum Thema ist hier ein ganz pragmatischer, der auf dem Nutzenkalkül aufbaut. Andere Beiträge beleuchten die Thematik aus dem Blickwinkel von Nonprofit-Organisationen (z.B. Regionales Mentoring Programm in Niederösterreich, Mentoring Programm an der Universität Wien oder Frauenförderungsprogramm der bfi-bbrz Gruppe), wodurch z.T. neue Aspekte hinzukommen aber auch Wiederholungen nicht ausbleiben. In Summe wird die Chancengleichheit in der Arbeitswelt von den AutorInnen engagiert diskutiert und wieder thematisiert. Kämpferisch oder resignierend schließt das Vorwort: "Bleiben wir realistisch, denken wir das Unmögliche".

Dr. Peter Reisch  

 

Geisbauer, W.: Reteaming - Methodenhandbuch zur lösungsorientierten Beratung. Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2004

Ein Autorenteam um den gelernten Pädagogen und nunmehrigen Unternehmens­berater Wilhelm Geisbauer hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Funktionsweise von Arbeitsgruppen und Teams zu verbessern. Sie greifen auf den von den finnischen Familientherapeuten Ben Furmann und Tapani Ahola entwickelten sogenannten Reteaming-Ansatz zurück, der sich mit Teamentwicklung und Organisationsveränderung beschäftigt. Reteaming – so ihre Definition – "schafft einen Bezugsrahmen, der durch radikale Zukunfts- und Lösungsorientierung menschliche Systeme anregt, die gewünschten Veränderungen zustande zu bringen und dabei auf eine Problemanalyse so weit wie möglich verzichtet"; S. 34. Dieses Reteaming-Konzept soll nicht nur nach Reorganisationsprozessen gute Ergebnisse hervorbringen, sondern es sollen auch besondere Effekte auf das Wohlbefinden in Beziehungen und auf die Leistungsfähigkeit der Menschen beobachtet werden können, egal in welchen Teams sie arbeiten und egal in welchen Entwicklungsstadien die Teams sich gerade befinden. Als Zielgruppe für sein Werk hat der Herausgeber Organisationsberater, Projektmanager, Personalentwickler.... im Auge, kurz Personen, die mit Veränderungsprozessen in menschlichen Systemen beschäftigt sind und ihr diesbezügliches Repertoire erweitern wollen. Dieser Adressatenkreis findet in den verschiedenen Beiträgen sicher eine Reihe von Anregungen, Methoden und Tools für die praktische Arbeit. 

Dr. Peter Reisch  

 

Eberspächer, H.: Gut sein, wenn´s drauf ankommt - Die Psycho-Logik des Gelingens. Carl Hanser Verlag, Müchen 2004
Was können Führungskräfte vom erfolgreichen Spitzensport abschauen? Sich dieser Herausforderung zu stellen: Die richtige Leistung im richtigen  Moment erbringen, d.h. wie es der Titel suggeriert – man muss es können, wenn es darauf ankommt, nicht vorher und nicht nachher. Grundvoraussetzung hierfür ist das Zusammenspiel alle Ressourcen der materiellen wie der mentalen. Dies kann nach Auffassung des Autors – einem renommierten Sportpsychologen – durch mentales Training eingeübt werden. Im Gegensatz zu vielen (oft selbst ernannten) Motivationsgurus, deren Hauptbotschaft meist in Du musst es nur Wollen mündet, setzt er auf die Eigenleistung der Einzelnen. Für ihn bedeutet Motivation die Kunst, sich selbst zum Handeln zu veranlassen. Andere kann man nicht motivieren, sondern ihnen allenfalls helfen, sich selbst zu motivieren. Die Methode, zu der angeraten wird und die er entwickelt hat, heißt: mentales Training. Die Basis jeden Erfolgs liegt selten (auch) im Glück sondern vielmehr auf soliden persönlichen Leistungsvoraussetzungen wie Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenz, die – im Sport nennt man es Training – erworben und entwickelt werden und zwar durch systematische, planvolle und kontrollierte Arbeit. Unterstützend helfen dabei verlässliche "innere Landkarten", auf die Profis zurückgreifen können, wenn es nötig wird – selbst unter höchster Beanspruchung. Diese Landkarten werden durch mentales Training entwickelt um in entscheidenden Situationen zielsicher abrufbereit zu sein. Dieses mentale Training läuft daher nach bestimmten vorgegebenen Prinzipien ab, die zu verinnerlichen sind.
Als Erfolgsnachweis werden praktische Beispiele, Erfahrungen und Einsatzgebiete des mentalen Trainings referiert, die von den Anforderungen an einen Flugkapitän in kritischer Situation, über eine komplizierte chirurgische Operation bis zu Führungsherausforderungen reichen. Alles in allem ein anregendes Buch, in dem uns zwar auch viele alte Bekannte begegnen. Aber Vorsicht: Körperliches wie mentales Training ist eine Eigenleistung. Sie können sie nicht delegieren! 

Dr. Peter Reisch  

 

Glasden, W.: Kennzahlen- und Berichtssysteme - Grundlagen zum Performance Measurement. Gabler Verlag, Wiesbaden 2001 

Der Autor beabsichtigt mit diesem Buch einen Beitrag zu leisten, die komplexen modernen Steuerungs-Kennzahlensysteme zu verstehen, für die in Amerika der Begriff "Performance Measurement" geprägt wurde und zu denen auch die Balanced Scorecard (BSC) gehört. Wie es sich für ein Lehrbuch geziemt, sind zu Beginn jedes Kapitels Lernziele formuliert, die sich aus den jeweiligen Inhalten ableiten. Kernsätze bzw. Definitionen sind umrandet. Am Ende der Kapitel wird auf weiterführende und vertiefende Literatur verwiesen und es werden Fragen zur Selbstkontrolle gestellt. Vorkenntnisse der Grundlagen des Rechnungswesens und der Unternehmensführung werden erwartet. Das Buch ist in 6 Kapitel gegliedert und beinhaltet in der Einführung Überlegungen zur Gestaltung von Informationssystemen sowie Grundlagen zur Bildung von Kennzahlen. Das 2. Kapitel behandelt Einzelkennzahlen sowohl auf Unternehmens- als auch auf Bereichsebene, wobei der Autor einerseits zwischen Kennzahlen zum Sachziel und andererseits Kennzahlen zum Erfolgsziel (mit Zielinhalt: Wirtschaftlichkeit) unterscheidet. Das 3. Kapitel beschäftigt sich mit Analyse-Kennzahlensystemen und referiert das verbreitete Dupont-Kennzahlensystem und das ZVEI-Kennzahlensystem. Die Grundlagen zu Steuerungs-Kennzahlensystemen liefert das 4. Kapitel. Den Kern dieses Lehrbuchs macht das 5. Kapitel aus, indem über Steuerungs-Kennzahlen für strategische Aufgaben referiert wird. Nach Überlegungen zur Operationalisierung von Strategien erläutert der Autor das Balanced Scorecard-System. Das Unbehagen mit den bislang vorherrschenden Kennzahlen führte zur Konzeption der BSC, bei der die Ziel-Kennzahlen "balanced" also ausgewogen sein sollen zwischen lang- und kurzfristigen Zielen, zwischen monetären und nichtmonetären Zielkennzahlen sowie zwischen nach laufenden und voraus laufenden Indikatoren. In seiner Beurteilung kommt der Autor zum Schluss, dass sicher der Traum vom allmächtigen Universal-Werkzeug zwar noch nicht erfüllt, aber sich die BSC in einem Lernprozess weiterentwickeln wird. Das 6. Kapitel ist Berichtssystemen gewidmet und befasst sich mit Grundlagen zum Berichtswesen und computergestütztem Berichtswesen.  

Dr. Peter Reisch

 






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